Ein Blick hinter die Kulissen: 16 Monate Leading Ladies
Rückblick, Einblick und Ausblick über die bisherige Projektlaufzeit
Die Frau als Hauptdarstellerin ihrer beruflichen Entwicklung
In der Film- und Theaterbranche wird die weibliche Hauptdarstellerin auch als leading lady bezeichnet. Im vom ESF Plus geförderten Projekt Leading Ladies werden Frauen in ihrem Unternehmen zur Protagonistin und nehmen gemeinsam mit einer Mentorin oder einem Mentor die eigene berufliche Weiterentwicklung in die Hand.
Leading Ladies begleitet Frauen gezielt und strukturiert auf ihrem Weg in Führungsverantwortung. Das Projekt setzt dort an, wo Entwicklung beginnt: bei den individuellen Stärken, Ambitionen und Potenzialen jeder einzelnen Teilnehmerin. Im Mittelpunkt stehen vier zentrale Handlungsfelder:
- Bestehende Barrieren sichtbar machen und aktiv bearbeiten
- Persönliche und fachliche Kompetenzen reflektieren und weiterentwickeln
- Durch gezielten Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg ein tragfähiges Netzwerk aufbauen, das gegenseitige Unterstützung und neue Perspektiven ermöglicht
- Impulse für eine moderne Unternehmenskultur setzen, in der weibliche Führung selbstverständlich wird und positive Beispiele nachhaltig wirken
Vorhang auf: So ist Leading Ladies gestartet
Seit dem offiziellen Projektstart am 1. Oktober 2024 hat sich Leading Ladies als wirkungsvolles Entwicklungs- und Vernetzungsformat für Frauen mit Führungspotenzial in kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen etabliert. Insgesamt beteiligen sich 18 Mentees und 14 Mentor:innen aus 13 Unternehmen aktiv am Projekt.
Zu Beginn wurden die formalen und organisatorischen Grundlagen für das Mentoring geschaffen. Gemeinsam mit den jeweiligen Ansprechpersonen wurde in den zugehörigen Betrieben erfasst, wie Strukturen und Abläufe gestaltet sind, wie sich Frauen und Männer auf verschiedene Bereiche und Positionen verteilen und welche Faktoren Karrieren fördern oder möglicherweise bremsen.
Dabei ging es nicht nur um Zahlen, sondern vor allem um die Frage: Wie wird Gleichstellung im Alltag tatsächlich gelebt? Wo gibt es bereits gute Ansätze und wo besteht Entwicklungsbedarf? Die Ergebnisse wurden für jedes Unternehmen individuell aufbereitet. So entstand eine fundierte Grundlage, um Gleichstellung systematisch im Blick zu behalten und gezielt weiterzuentwickeln. Parallel dazu fanden persönliche Gespräche mit allen Mentees und Mentor:innen statt. In diesen Gesprächen wurden die aktuelle berufliche Situation, individuelle Ziele und Entwicklungsperspektiven reflektiert. Daraus entstanden klare Profile und konkrete Zielvereinbarungen, die den Mentoring-Prozess strukturieren.
So verbindet Leading Ladies von Anfang an zwei Ebenen: die persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen und die Weiterentwicklung der organisationalen Rahmenbedingungen. Beide greifen ineinander, damit Frauen nicht nur individuell gestärkt werden, sondern auch auf Strukturen treffen, die ihre Karriere nachhaltig unterstützen.
Die Bühne wird bereitet: Schulungen und Kennenlernen
In der ersten Projektphase wurden durch Workshops für Mentor:innen und Mentees die Grundlagen zum Mentoring vermittelt, Rollen geklärt, Erwartungen formuliert und Kompetenzen insbesondere zum Thema Kommunikation geschärft. Die Mentor:innen erhielten Impulse zur wirksamen Begleitung, zur Reflexion von Führungsfragen und zur Sensibilisierung für geschlechterspezifische Herausforderungen im beruflichen Kontext. Die Mentees wiederum setzten sich intensiv mit ihrem eigenen Führungsverständnis auseinander, reflektierten ihre Stärken und entwickelten individuelle Zielbilder.
Ein weiterer Meilenstein war der Tandem-Workshopim September 2025, in dem erstmals alle Mentees und Mentor:innen zusammentrafen und gemeinsam über die bisherige Mentoring-Erfahrung ins Gespräch kommen konnten. Die überbetriebliche Veranstaltung eröffnete die Gelegenheit Mentoringpaare kennenzulernen, die ähnlichen Herausforderungen haben, aber in anderen Branchen arbeiten. Die Teilnehmenden erlebten, dass ihre Fragen, Zweifel und Ambitionen keine Einzelfälle sind und sie sich in einem Netzwerk gemeinsam weiterentwickeln.
Generalprobe für Führung: Lernen, Umsetzen und Reflektieren
In der laufenden Projektphase stehen die kontinuierliche Begleitung der Mentoringpaare, vielfältige Vernetzungsangeboten und thematische Workshops im Mittelpunkt. Leading Ladies baut dabei auf ein fein abgestimmtes Zusammenspiel verschiedener Angebote.
Die individuelle Begleitung durch das Projektteam stellt sicher, dass spezifische Herausforderungen, die im Unternehmen oder bei der Beziehung von Mentor:in und Mentee entstehen können, frühzeitig erkannt und persönlich adressiert werden können. So entsteht ein verlässlicher Rahmen, in dem Entwicklung nicht dem Zufall überlassen wird.
Ein besonders niedrigschwelliges Vernetzungsformat ist die monatliche virtuelle Austauschrunde der Mentees. Für eine Stunde kommen die Teilnehmerinnen online zusammen, um aktuelle Fragestellungen und konkrete Fallbeispiele aus ihrem Führungsalltag zu besprechen. Der kollegiale Austausch eröffnet neue Perspektiven, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und bietet praktische Impulse für den Berufsalltag.
In jeweils dreistündigen Kleingruppentreffen kommen Mentees und Mentor:innen getrennt voneinander in ihren jeweiligen Gruppen zusammen. Das Format verbindet fachlichen Input mit praktischen Übungen und bieten Raum für intensiven Austausch.
Die Mentor:innen trafen sich in diesem Format erstmals im August 2025. Im Fokus stand der konstruktive Umgang mit Konflikten im Mentoring. Nach einem fachlichen Impuls erprobten die Teilnehmer:innen im Workshopteil die Harvard-Methode und trainierten eine strukturierte Herangehensweise an Konfliktgespräche. Auch die Mentees trafen sich im Sommer 2025 zu ihrem ersten Kleingruppentreffen. Im Mittelpunkt standen Perspektiven wirksamer Teamführung. Dazu wurden unterschiedliche Führungsstile anhand konkreter Fallbeispiele diskutiert. Beim darauffolgenden Treffen im November 2025 widmeten sich auch die Mentees dem Thema Konfliktlösung.
Eine Teilnehmerin fasste den Mehrwert des Formats passend zusammen: „Das bringt viele neue Ideen und Sichtweisen sowie Verständnis und Miteinander für die Teilnehmenden“ (Umfragerückmeldung, November 2025).
Die Mentor:innen trafen sich zudem im Oktober 2025 sowie im Januar 2026. Inhaltlich standen dabei Zielsetzung und Motivation sowie Delegieren und Nein-Sagen im Mittelpunkt. Die Treffen boten Raum zur Reflexion der eigenen Führungsrolle und zur kollegialen Beratung.
Bis zum Ende der Projektlaufzeit werden den Mentees zwei weitere Kleingruppentreffen (u.a. zu Zeit- und Selbstmanagement sowie zu Delegieren & Nein-Sagen) sowie weiterhin monatliche virtuelle Austauschrunden angeboten. Für die Mentor:innen findet im April 2026 das letzte separate Kleingruppentreffen statt.
Den gemeinsamen Abschluss bildet ein gruppenübergreifendes Treffen von Mentees und Mentor:innen im Juni 2026 zum Thema „Gesund führen“. Hier werden beide Perspektiven bewusst zusammengeführt, um Impulse für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Führungskultur zu setzen. Was Leading Ladies von vielen anderen Förderprogrammen unterscheidet, ist das Zusammenspiel der verschiedenen Formate. Das persönliche Tandem gibt Tiefe. Die Kleingruppentreffen geben Breite. Das Netzwerk gibt Verbindung. Und die individuelle Beratung gibt Struktur.
Scheinwerfer an: Wie es weitergeht
Die bisherige Projektentwicklung zeigt: Das Konzept trägt. In der kontinuierlich stattfindenden Evaluation wird deutlich, dass die Teilnehmenden den Verlauf bisher insgesamt positiv bewerten und als relevante Unterstützung erleben. Die Mentee berichten von wachsendem Selbstvertrauen, klareren Karriereperspektiven und einer bewussteren Positionierung im beruflichen Umfeld. Mentor:innen erleben den Austausch als bereichernd und reflektieren zugleich ihre eigene Führungspraxis neu. Die Projektlaufzeit bis August 2026 bietet ausreichend Raum, um weitere Entwicklungsprozesse zu begleiten, Netzwerke zu festigen und Best Practices zu identifizieren.
Wenn Sie Interesse an einem eigenen Mentoring oder Rückfragen an uns haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Und um das Bild der Hauptdarstellerin wieder aufzugreifen – der Regieplan stimmt, die Scheinwerfer sind an. Jetzt dürfen Sie die Bühne betreten!